Ist eine schlechte Google Bewertung strafbar?

Sebastian Membrez
4 min Lesezeit
Aktualisiert am: 12. Dez. 2023

In der Regel unterliegen Rezensionen der freien Meinungsäußerung, welche durch das Grundgesetz geschützt wird. Nicht jede negative Kritik ist von strafrechtlicher Relevanz und kann dementsprechend auch nicht geahndet werden. Allerdings darf die Meinungsfreiheit keinesfalls dazu missbraucht werden, um absichtlich Schaden zu verursachen, zu beleidigen oder falsche Informationen zu verbreiten. Hier eine kleine Übersicht über das wirklich heikle Thema:

Google Rezensionen sind strafbar, wenn…

Folgendes muss enthalten sein, damit eine schlechte Bewertung strafrechtlich relevant wird:

Unwahre Behauptungen

Eine Bewertung, nicht nur bei Google, kann rechtlich problematisch sein, wenn sie unwahre Tatsachenbehauptungen enthält. Oder, um es anders auszudrücken: Jemand verbreitet bewusst falsche Informationen über Sie oder Ihr Unternehmen, die Ihren Ruf schädigen sollen. Derartige Aussagen können sowohl juristisch unzulässig als auch strafbar sein.

Verleumdung

Eine weitere Situation, in der Google Bewertung strafbar werden können, sind Verleumdungen. Auch unter dem Begriff "üble Nachrede" bekannt. Hier werden bewusst falsche Informationen verbreitet, um Ihrem Image Schaden zuzufügen. Weitere Infos hierzu finden Sie auch in unserem Artikel zum Thema "Rufschädigende Google Bewertungen".

Beleidigungen

Sollte jemand beleidigende Äußerungen machen, die Ihre Ehre verletzen oder Ihre Person herabwürdigen, kann dies rechtliche Konsequenzen, wie etwa eine Strafanzeige, nach sich ziehen. Beleidigungen sind nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerungen gedeckt. Insbesondere, wenn sie über das normale Maß der Kritik hinausgehen.

Drohungen

Bedrohungen im Internet nehmen immer mehr zu, nicht nur in Google Bewertungen. Sie sind eine ernstzunehmende Angelegenheit. Sofern jemand in einem Kundenfeedback Drohungen gegen Sie, Ihre Mitarbeiter oder Ihre Firma ausspricht, ist dies ein strafrechtlich relevanter Tatbestand. Derartiges kann strafrechtliche Folgen haben.

Welche Kritik ist erlaubt und nicht rechtswidrig?

Die Welt der Google Bewertungen kann mitunter für viele Menschen verwirrend sein. Besonders wenn es um die Frage geht, welche Formen der Kritik denn erlaubt sind und welche möglicherweise in rechtliche Grauzonen führen. Hier eine kleine Übersicht:

Milde bis harsche Kritik ist erlaubt:

Das Äußern von Kritik an Produkten, Dienstleistungen oder Unternehmen ist grundsätzlich legitim und wird von der Meinungsfreiheit geschützt.

Solange die Bewertung sachlich bleibt und nicht beleidigend wird, fällt sie in den Rahmen der erlaubten Meinungsäußerung.

Konstruktive Kritik vs. Diffamierung:

Konstruktive Rezensionen zielen darauf ab, Ihnen konkrete Verbesserungsvorschläge zu liefern und Probleme offen anzusprechen. Einige Beispiele:

  • "Ich finde die Auswahl der Speisekarte top. Wünschenswert wäre es aber, wenn es noch mehr Menüs für Kinder gäbe, da hier die Auswahl sehr mau ausfällt."

  • "Der Kundenservice war zwar sehr hilfreich, aber die Antwortzeit unterirdisch. Hier wäre eine Nachbesserung top, um Rückfragen schneller zu beantworten."

  • Hallo Team, eure Website ist echt unübersichtlich. Ich habe ewig gebraucht, um die Infos zu finden, die ich brauchte. Vielleicht könntet ihr die Menüstruktur überdenken?"

Diffamierende Kommentare, die darauf abzielen, den Ruf einer Person oder eines Unternehmens grundlos zu schädigen, sind hingegen problematisch. Wie etwa folgende Beispiele einer Google-Bewertung:

  • "Ich frage mich, ob die Leute hier überhaupt eine Ausbildung haben. Absolut inkompetent!"

  • "Der Service ist hier eine absolute Katastrophe. Ich würde jedem raten, woanders hinzugehen, es sei denn, du magst es, dein Geld zu verschwenden."

Öffentliche vs. private Angelegenheiten:

Das Ansprechen von öffentlichen Themen oder Angelegenheiten des allgemeinen Interesses genießen oft einen höheren Schutz. Allerdings gibt es einen Unterschied zu privaten Themen. Einige Angelegenheiten, die nicht für die breite Masse geeignet sind bzw. keinerlei Mehrwert haben, können sich in einer Grauzone bewegen. Besonders dann, wenn sie in einem negativen Kontext geschrieben wurden. Wie beispielsweise:

"Ich habe bei dieser Haushaltshilfe gebucht, um meine Wohnung zu reinigen, und es war ein absoluter Albtraum. Die Person kam spät, arbeitete schlampig und beschädigte sogar einige meiner persönlichen Gegenstände. Ich fühle mich betrogen und enttäuscht."

Faktenbasierte Aussagen:

Äußerungen, die auf nachweisbaren Fakten beruhen, sind in der Regel weniger anfällig für rechtliche Probleme. Klare und objektive Darstellungen tragen dazu bei, die Glaubwürdigkeit der Kritik zu stärken.

Respektvolle Ausdrucksweise:

Die Wahl der Worte ist entscheidend. Eine respektvolle Sprache bzw. Ausdrucksweise trägt eher dazu bei, Konflikte zu vermeiden. Dies gilt auch dann, wenn Sie selbst auf Kundenfeedback antworten.

Beleidigende oder abfällige Ausdrücke hingegen gefährden den Schutz der Meinungsfreiheit im Internet. Dabei ist es egal, ob es sich um positive oder negative Bewertungen handelt.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Einstufung bzw. Bewertung von zulässiger Kritik im Kontext der jeweiligen Gesetze und individuellen Umstände erfolgen muss. Wenn Sie vorhaben, die betroffenen Rezensionen aus Ihrem Unternehmerprofil von Google löschen zu lassen, nehmen Sie Kontakt zu Onno Plus auf. Denn auch wenn Sie selbst eine Löschung beim Anbieter beantragen können, raten wir dringend davon ab. In vielen Fällen verläuft Ihre Meldung ergebnislos. Unsere Löschquote hingegen liegt bei ca. 90 %.

Fazit

Nicht jede negative Google-Bewertung lässt sich mit einer Strafanzeige ahnden. Allerdings gibt es klare Grenzen, die keinesfalls überschritten werden dürfen. Konstruktive Kritik beispielsweise ist erlaubt. Und kann dazu beitragen, Ihr Unternehmen zu verbessern. Vorsicht ist hingegen geboten, wenn Rezensionen in eine beleidigende, verleumderische oder drohende Sprache abdriften.

In derartigen Situationen besteht die Möglichkeit, dass Sie rechtliche Schritte gegen den Verfasser einleiten können. Oder aber nutzen Sie den Service von Onno Plus und lassen Sie durch uns diese Google Bewertungen löschen.

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